Hausarztpraxen sind eine wichtige Anlaufstelle für Opfer von Gewalt

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29. November 2021

 

Das Institut für Allgemeinmedizin und Public Health der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana möchte darauf aufmerksam machen, dass Südtirols Hausärztinnen und Hausärzte eine wichtige Anlaufstelle für Missbrauchsopfer sind. Gleichzeitig ruft das Institut die Allgemeinmediziner:innen zur Achtsamkeit auf, um Fälle von Missbrauch zu erkennen und anzusprechen.

 

Betroffene von häuslicher Gewalt oder sexuellem Missbrauch können sich jederzeit an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt wenden, auch dann, wenn keine akuten physischen Verletzungen vorliegen. In einem unverbindlichen und anonymen Gespräch können die Allgemeinmediziner:innen den Betroffenen Hilfe und Information bieten, dabei sind sie zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet.

 

„Nicht jeder häusliche Missbrauch landet als Bluterguss oder Knochenbruch in der Notaufnahme, wo aufmerksame Mediziner:innen und Pflegefachkräfte diesen erkennen und den betroffenen Frauen Hilfe anbieten können. Psychischer, physischer, finanzieller und sexueller Missbrauch ist häufig subtil, langandauernd und schwer zu erkennen.“

Dr. Barbara Plagg, Institut für Allgemeinmedizin und Public Health

 

In diesen Fällen seien Hausärztinnen und Hausärzte wichtige Bezugspersonen für ihre Patientinnen, sagt die Humanbiologin und Wissenschaftlerin am Institut für Allgemeinmedizin und Public Health, Dr. Barbara Plagg. In der Hausarztpraxis können physische Verletzungen versorgt und die Spuren von Gewalt dokumentiert werden. Hausärztinnen und Hausärzte können den Betroffenen in vertraulichen Gesprächen mögliche Wege aus der Gewalt aufzeigen und sie an die zuständigen  Stellen, zum Beispiel Frauenhäuser, weiterleiten.

Viele Opfer von Gewalt und Missbrauch verheimlichen aus Angst und Scham die wahren Ursachen für ihre Verletzungen und Beschwerden. Gerade in solchen Fällen könne das Vertrauen zur eigenen Hausärztin oder zum eigenen Hausarzt hilfreich und von Vorteil sein, damit die Betroffenen ihre Angst und Scham überwinden und über die Gewalt sprechen, sagt Dr. Plagg.

 

Der Präsident des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health, Dr. Adolf Engl, nimmt den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auch zum Anlass, um gezielt Männer anzusprechen. Männer, die von Partnerschaftsproblemen aus der Bahn geworfen werden, sollten sich unbedingt professionelle Hilfe holen, rät Dr. Engl. Sich helfen zu lassen, sei keine Schande.

 

 

Beratung und Information für Allgemeinmediziner:innen

 

„Hausärztinnen und Hausärzte sind einerseits mit ersten Hilferufen von Gewaltopfern konfrontiert, andererseits mit indirekten Botschaften und Signalen, deren Wahrnehmung viel Sensibilität und Offenheit von den Mediziner:innen verlangt.“

Dr. Adolf Engl, Präsident des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health

 

Hausärztinnen und Hausärzte werden mit ersten Hilferufen der Gewaltopfer konfrontiert, sie können aber auch langfristig zu wichtigen Vertrauenspersonen werden, zum Beispiel in jenen Fällen, in denen sich die Betroffenen dafür entscheiden, die Gewalt-Situation nicht zu verlassen. Dr. Adolf Engl ruft seine Berufskolleg:innen dazu auf, sich Rat und Hilfe bei spezialisierten Einrichtungen, beispielsweise bei den Frauenhausdiensten, zu holen.

 

Kostenlose Notruflinie: Bozen 800 276433 – Eisacktal 800 601 330

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Für das Institut für Allgemeinmedizin und Public Health: Dr. Barbara Plagg und Dr. Adolf Engl.

 

Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung:

338 7662841 (Dr. Engl)

[email protected]


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