„Das ist ja eine schöne Bescherung!“ Wörtlich genommen könnte dies, gerade am weihnachtlichen Hochfest des Schenkens, ein passender Ausruf der freudigen Überraschung sein. Das gerade Gegenteil ist der Fall, die Redewendung hat sich zum Ausdruck ärgerlichen Verwundertseins gewandelt. Unser Sprachgebrauch wartet mit Überraschungen auf, wenn wir auf den Bedeutungswandel so manchen Wortes achten. Das Wort Gift bietet sich dafür als aufschlussreiches Beispiel an. Ursprünglich bedeutete...

Feiertagsgrüße und Neujahrswünsche zu versenden gehört auch zum Vorweihnachtsstress. Trotz Zeitdruck könnte sich manch einer fragen, ob er etwa „Alles Gute fürs n eue Jahr “ oder doch „… fürs N eue Jahr “ schreiben müsse. Ist also in diesem Fall „neu“ klein oder groß zu schreiben? Warum stellt sich bei der Schreibung von Eigenschaftswörtern in Glückwünschen ein Rechtschreibproblem ein? Obwohl die Regel eigentlich ganz einfach ist, wird oft gegen sie...

Zweifel an seiner Rechtschreibsicherheit müssen jeden befallen, der in Untermais die Sybillastraße begeht. Drei unterschiedliche Bezeichnungen werden auf den Straßenschildern angeführt: „Sybillasstraße“, „Sibyllastrasse“ und “via Sibilla“. Benannt ist die Straße wohl nach der dort 1912 von Josef Nösing erbauten „Villa Sybilla“, wie sie von Anna Pixner Pertoll im Buch „Ins Licht gebaut“ dokumentiert ist. Dementsprechend müsste...

Die Sanierung am Turm der Meraner Christuskirche ist beendet und am Reformationstag von der Evangelischen Gemeinde gefeiert worden. „Aufgrund der schadhaften Dachkonstruktion und statistischer Probleme muss der hölzerne Turmhahn abgenommen und überholt werden“, berichtete im Frühjahr die „Tageszeitung“. Die Statistik dürfte hier keine Rolle gespielt haben, eher wohl war die Statik des Turms nicht mehr garantiert. Für sprachliche Entgleisungen werden kritische Leser wenig Verständnis aufbringen,...

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„Die Parteien rüsten zur großen Schlacht “, lautete letzthin die Schlagzeile in der „Pustertaler Zeitung“, „sie bringen sich nun in Stellung .“ Vor Wahlen unterliegt selbst die Wortwahl von Politikern und Medien einer gezielten Strategie . Der aggressive Sprachgebrauch versetzt uns auf Kriegsschauplätze zurück, wenn dieselbe Zeitung das Ergebnis der Wahlen in aller Dramatik ankündigt: „Zum Schluss gibt es Sieger und Besiegte .“ Um die Bürger in ihrer...

„Simsalabim und Abrakadabra – schon wieder war die SVP da!“ War Zauberei mit im Spiel, argwöhnte das Wochenmagazin ff , als das Edelweiß wie im Jahr zuvor an die erste Stelle von den 19 Listenzeichen auf den Plakaten ausgelost wurde? Davon sind jetzt – Hokuspokus – nur mehr 14 auf dem Stimmzettel übrig geblieben. Was sich unserer Logik entzieht, verbannen wir ins ominöse Reich der Zauberei, was unser Verstand zu erklären nicht imstande ist, verschleiern wir mit magischen Formeln. Unter...

„Ja, ich bin endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt!“, jubelte Goethe, als er am 29. Oktober 1786 in Rom eintraf. Wovon der Dichterfürst einst nur schwärmte, nämlich vom caput mundi , darüber müssen wir Staatsbürger Italiens nur den Kopf schütteln. In der capitale wird derzeit so ziemlich alles, was den beinahe bankrotten Staat noch hätte retten können, kaputt regiert. Bekanntlich beginnt der Fisch am Kopf zu stinken. Ist dieses kaputt überhaupt ein deutsches Wort? Vom...

Es wird nie soviel gelogen wie vor einer Wahl, während eines Krieges und nach einer Jagd. Wer immer diese Aussage getätigt hat, es ist unbestritten, dass die Lüge auf den genannten Tummelplätzen fruchtbaren Nährboden findet. Zu welchen Auswüchsen die menschenverachtende Propaganda des Reichslügenministers Goebbels geführt hat, belehrt uns die Geschichte des Tausendjährigen Reiches. Harmlos belustigend finden wir dagegen, wenn die Waidmänner gehörig übertreibend in urigem Jägerlatein mit ihren...

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An der Fassade des Lienzer Kaufhauses dm prangt das Faustzitat, natürlich zurecht gebogen; mit dem ersten Satz soll die Aufmerksamkeit des Käufers geweckt, mit dem zweiten soll er zum Handeln, also zum Kauf bewogen werden. Mit demselben Goethezitat wirbt ein Burggräfler Hotel, auch hier ist der Text verfälscht, zwar ist nur ein „s“ unterschlagen: Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein. Der Gast darf sich hier aufhalten, weil er ja ein zahlender Mensch ist. Die Werbung greift mit Vorliebe auf bekannte Zitate und...

„Rund 24.000 Fahrzeuge pro Tag sollen laut Prognose 2026 durch den ersten Abschnitt des Tunnels rollen“, lesen wir in der letzten Ausgabe der „Meraner Nachrichten“. Die baldige Fertigstellung der Tunnel-Verbindung von der MeBo zum Bahnhof wird angekündigt. Bis wir durch den Tunnel unter der Stadt und dem Küchelberg ins Passeiertal gelangen, wird noch sehr viel Wasser von dort in die Etsch fließen. Auch die Bewohner von Forst fordern vehement eine Verlegung des Verkehrsflusses Richtung Töll in den Marlinger Berg....