Dass die Jahre laufen, ist uns wieder zu Silvester deutlich bewusst geworden. Was sonst noch alles im Laufschritt eilt, darüber kann man nur staunen. „Wir verkaufen laufend frische Brötchen!“ Mit diesem Werbespruch lockt eine Bäckerei die Kunden an. Anscheinend bemüht sich der Bäcker dermaßen um seine Kunden, dass er sie flitzend zu erreichen versucht. „Wir halten laufend geöffnet“, stand letzthin am Eingang eines Betriebes. Wäre dieser ständig geöffnet, bräuchte gar...

Der Warnruf scheint dem ausklingenden Jahr den Stempel aufzudrücken. Wird 2012 ein Jahr der Wende oder droht uns die Stunde „0“? Will uns sogar der Maya-Kalender einen Wink geben, laut dem am 21. Dezember 2012 die Sonne alle zwölf Tierkreiszeichen durchwandert haben wird und der Kosmos apokalyptisch enden soll? In vielen Kulturen stellt die Zwölf eine heilige Vollzahl dar; darin sind die Drei und die Vier (drei mal vier), die Fünf und die Sieben (fünf plus sieben) enthalten. Die himmlische Stadt Jerusalem hatte...

„Das ist nicht nichts , was uns der Staat neuerdings abknüpft“, beklagt sich ein geschröpfter Zeitgenosse. Es wird uns allerhand abverlangt, meint er, aus nicht nichts wird also ziemlich viel . Eine doppelte Verneinung ergibt meist eine positive Aussage. Auch in der Mathematik gibt minus mal minus ein Plus. Gehen wir dem Wörtchen „nichts“ auf den Grund: Es entstand aus einer im Mittelalter sehr verbreiteten Gewohnheit doppelt zu verneinen, um eine Aussage zu verstärken. Das Auslaut-s ist nämlich ein...

„Ich darf Sie alle willkommen heißen, ganz besonders darf ich den Herrn Bürgermeister begrüßen, weiters darf ich der Obfrau einen besonderen Dank aussprechen …“ Wer in der Öffentlichkeit etwas zu sagen hat, beginnt seine Rede mit „Ich darf“ . „Ich darf darauf hinweisen, dass …“, „Ich darf noch hinzufügen …“. Solche und ähnliche Floskeln hören wir bei fast jeder nur denkbaren Gelegenheit. Wir fragen uns schon gar nicht mehr, wer dem Redner die...

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Jeder fünfte Österreicher ist rundum erreichbar, sogar am stillen Örtchen – dem Handy sei Dank. Dies geht aus der Umfrage eines Wiener Klopapierherstellers hervor. Im Water Closet ist mir noch nie die Mahnung No handies please! untergekommen, wohl aber in manchem Restaurant. Selbstverständlich respektieren wir diese Aufforderung, englischsprachige Gäste verstehen aber nicht auf Anhieb, was man von ihnen erwartet. Im Englischen ist handy ein Eigenschaftswort und meint: handlich, geschickt, leicht erreichbar. Das...

Politiker, Journalisten und auch Bürger fragen sich, ob der Landeshauptmann Luis Durnwalder die Zügel der Südtiroler Politik noch lang oder nicht mehr lange halten wird. Unser Langzeitpolitiker ist sich anscheinend selbst noch nicht ganz im Klaren. Dauert das lange Warten den Kronprinzen etwa zu lange oder zu lang? Genau genommen zu lange und nicht zu lang . Hier gilt es zu unterscheiden: Das eine ist der Begriff der Zeit, das andere der der Länge. Es wird noch lange dauern bis zur Fertigstellung der Nordwestumfahrung. Mit...

In vierzig Südtiroler Gemeinden läuft gerade die Europäische Mobilitätswoche . Sie wird mit einem autofreien Tag abgeschlossen. Verkehr wird durch Mobilität ersetzt. Mobil muss man sein, sonst ist und wird man überholt. Unsere Bezirksgemeinschaft macht es uns vor: Sie hat das Projekt mit der exotischen Bezeichnung NaMoBu gestartet. Was soll das nun wieder heißen? Es ist ganz einfach ein Kurzwort aus der Aküsprache, d. h. aus der Abkürzungssprache, es steht für Nachhaltige Mobilität im...

„Sorgen Sie dafür, dass der Zweitsprachenunterricht besser funktioniert. Sagen Sie mir, was Sie brauchen – aber bitte nicht mehr Geld und mehr Personal!“ Mehr Effizienz bei gleichbleibenden Finanzmitteln forderte kürzlich die Landesrätin Kasslatter Mur bei den Schuldirektoren ein. Die Schullandesrätin muss sparen, während sich die anderen Landesräte zur Durchsetzung auch fragwürdiger Projekte selbstherrlich am Topf des Landeshaushaltes bedienen. „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als...

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An lang ersehnten Schulferien und wohl verdienten Betriebsferien ist für viele von uns derzeit der Tagesablauf ausgerichtet. So beliebt sind die Ferien, dass sie nicht zufällig nur in der Mehrzahl vorkommen; einen einzelnen Tag nimmt man ja nur frei. Die Ferien haben eindeutig römischen Ursprung: „feriae“ waren die heiligen Festtage, an denen Arbeit und Geschäfte ruhten. Auch unsere „Feier“ verdanken wir den „feriae“, und der Abend vor dem Festtag ist der „Feierabend“. Die...

„Es macht nicht wirklich Sinn, durch Hoteldörfer die Zersiedelung weiter voranzutreiben und gleichzeitig mit intakter Landschaft zu werben“, äußert sich ein Touristik-Experte skeptisch. „Es macht Sinn …“: Rundfunk und Fernsehen kommen anscheinend ohne diese Redewendung nicht mehr aus. Es fällt uns dann kaum mehr auf, wenn wir das „Sinn machen“ selbst verwenden. Gutes Deutsch ist es jedenfalls nicht, es ist nur die wörtliche Übersetzung vom englischen „It makes sense“....