Fällung von Bäumen in der Rossinistraße

Umweltverein AmUm MeranO EO kritisiert mangelnde Sensibilität für Natur- und Artenschutz

14. Juli 2025

Im Zuge der Bauarbeiten für das neue Gemeinschaftshaus auf dem Gelände der ehemaligen Krankenpflegeschule in der Rossinistraße in Meran wurden am 14. Juni 2025 rund zehn großgewachsene Bäume sowie zahlreiche Sträucher entfernt. Der Umweltverein AmUm MeranO EO äußert seine tiefe Besorgnis und Missbilligung über die Art und Weise, wie dieses Projekt umgesetzt wird.

Obwohl das Vorhaben von großem öffentlichen Interesse ist, wurde dem Erhalt des bestehenden Grünbestands keinerlei Beachtung geschenkt. „In Zeiten massiver Klimakrisen erscheint es anachronistisch und kurzsichtig, auf einen derart wertvollen und gewachsenen Naturbestand zu verzichten, anstatt ihn in die Planung zu integrieren“, betont die Vorsitzende Carla Molinari.

Gerade von Institutionen, die im Namen der öffentlichen Gesundheit handeln, sei ein besonderes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt zu erwarten, so der Vereinsvorstand. „Die natürliche Umgebung ist ein zentraler Bestandteil des kollektiven Wohlbefindens“, heißt es weiter. Aus Sicht von AmUm MeranO EO braucht es zukunftsfähige Entscheidungen, die bauliche Entwicklung mit dem Schutz des städtischen Grüns verbinden – ein Element, das inzwischen auch wissenschaftlich als grundlegend für die körperliche und geistige Gesundheit anerkannt ist.

Zudem zeigt sich der Verein alarmiert darüber, dass die Arbeiten mitten in der Brutzeit zahlreicher Tierarten stattfanden. Laut Landesgesetz vom 12. Mai 2010, Nr. 6, Artikel 4 ist die absichtliche Störung oder Zerstörung geschützter Fauna, insbesondere während Fortpflanzung, Aufzucht oder Migration, ausdrücklich untersagt.

In diesem Zusammenhang stellen sich drängende Fragen: Wurden vor Beginn der Arbeiten Kontrollen durchgeführt, um das Vorhandensein von Nestern in den betroffenen Bäumen auszuschließen? Wurde das zuständige Forstinspektorat rechtzeitig einbezogen?

AmUm MeranO EO hat sich diesbezüglich an die Direktion des Südtiroler Sanitätsbetriebs, an Landesrat Messner, an die Abteilung Natur und Landschaft sowie an das Forstinspektorat Meran gewandt, um Aufklärung über den Ablauf der Maßnahmen zu erhalten.

„Wir fordern Transparenz, Verantwortung und einen dringend nötigen Kurswechsel in der lokalen Politik“, so der abschließende Appell der Umweltschützer:innen. „Die Zukunft unserer Gemeinschaft darf nicht auf Kosten der Umwelt gebaut werden, die unser aller Lebensgrundlage ist. Es ist noch möglich, einen anderen Weg zu wählen – einen, der Gesundheit, Natur und Rechtsstaatlichkeit vereint.“


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