Editorial 14/2026
Ein Rufzeichen wie eine Geheimsprache, ein Projekt für mehr Autonomie, ein
Friseur, der Geschichte schrieb – diese Ausgabe erzählt drei sehr unterschiedliche Geschichten.
In unserer Titelgeschichte tauchen wir in die Welt des Amateurfunks ein, das mehr als nur ein Hobby ist – es ist Rückversicherung in einer Welt, die vollständig von Strom, Internet und Mobilfunk abhängt. Im Mittelpunkt steht dabei der D.R.C., der älteste deutschsprachige Amateurfunkclub Südtirols, der heuer sein 60-jähriges Bestehen feiert: 1966 von fünf Pusterer Funkamateuren gegründet, zählt er heute über 190... weiterlesen
Titelthema
IN3XOZ ruft IW3AMQ
Wenn die Welt verstummt, fangen sie...
Ein Rufzeichen klingt wie eine Geheimsprache. India November Three X-Ray Oscar Zulu – das ist kein Code aus einem Spionageroman, sondern die Visitenkarte eines Amateurfunkers. Wer in dieser Welt unterwegs ist, stellt sich nicht mit dem Namen vor, sondern mit seinem Rufzeichen. Es ist Ausweis, Adresse und Identität zugleich. Rund 30.000 bis 40.000 Italiener pflegen dieses Hobby, das von außen wie ein Relikt aus vergangenen Jahrzehnten aussieht: graue Kästchen mit Drehknöpfen, ein Gewirr aus Kabeln, eine Antenne auf dem Dach. Und dann – irgendwo in diesem Rauschen – eine Stimme aus Australien. Aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Aus Neuseeland. „Wenn man das Gerät einschaltet, weiß man nicht, mit wem man wo auf der Welt in Kontakt kommt. Und genau das ist der Reiz“, sagt Thomas Delmonego aus Bozen, Vorsitzender des Dolomites Radio Club E.O. (D.R.C). Sechzig Jahre auf Sendung Der D.R.C. ist der älteste deutschsprachige Amateurfunkclub Südtirols – und er feiert heuer sein 60-jähriges Bestehen. 1966 schlossen sich fünf Pusterer Funkamateure zusammen. Heute zählt der Club über 190 Mitglieder, unterhält Lokale in Bruneck und Meran und ist auf allen, den Funkamateuren zugewiesenen Wellenlängen in aller Welt präsent. Zum Jubiläum gibt es das Sonderrufzeichen II3DRC – in der Funkerwelt eine Ehrung, vergleichbar mit einer Festschrift, nur dass sie über Frequenzen bis nach Neuseeland reicht. Auch für die Olympischen Spiele wurde... weiterlesen
Zum Seebersee
Anfahrt : Von St. Leonhard in Passeier nach Moos und weiter auf der Timmelsjochstraße bis zum Gasthof „Hochfirst“, dann noch ca. 1 km weiter, bis gleich nach einer Rechtskurve links ein ungeteerter Fahrweg (Hinweis: „Parkplatz Seeberalm“) abzweigt, auf diesem mit erhöhter Vorsicht bis zum Parkplatz (1.900 m). Wegverlauf : Vom Parkplatz gehen wir wenige Schritte zurück und steigen auf dem zuerst leicht und dann stärker ansteigenden Fußweg (Nr. 20) über freie Hänge und Wald hinauf zur Almschenke Oberglanegg (2.062 m, Einkehrmöglichkeit; ab Parkplatz 30 Minuten). Nun wandern wir (Markierung Nr. 43 A) in leichtem Auf und Ab, die Gras- und Alpenrosenhänge querend zum höchsten Punkt der Wanderung (ca. 2.100 m)...
Der Almenweg unterm Hirzer
Anfahrt : Von Meran ins Passeiertal bis Saltaus, von dort mit der Hirzerbahn bis Klammeben oder mit dem Auto hinter Saltaus rechts ab und hinauf bis Tall (Mittelstation der Seilbahn) und von dort mit der Seilbahn bis Klammeben. Wegverlauf : Von der Bergstation der Seilbahn in Klammeben (1.980 m, Einkehrmöglichkeit im Gasthaus Klammeben) wenden wir uns nach rechts (Nr. 40) und wandern auf dem nahezu ebenen Weg südwärts bis zur Stafell-Alm (1.940 m, ab Klammeben 20 Minuten, Einkehrmöglichkeit). Kurz vorher steigen wir auf einem schmalen Fußpfad (Hinweis „Almenweg“) etwas steil hinauf und queren dann die weiten Almwiesen nordwärts, wandern danach in einem weiten Bogen hinunter bis zur Tallner Alm (2.050 m, Einkehrmöglichkeit; ab...
Die Trauerweide
Die Trauerweide gilt wegen der nach unten hängenden Zweige als Symbol der Trauer, weshalb sie sehr oft in der Nähe von Grabstätten und auf Friedhöfen zu finden ist. Für die alten Griechen und schon Jahrhunderte früher in China symbolisierte der Baum auch junges Leben und Geburt. Andere Baumarten, bei denen die Zweige senkrecht oder schräg nach unten hängen, sind z.B. Buche, Birke, Esche, Japanischer Schnurbaum, Ulme und Zypresse. Aus der großen Anzahl der Arten, Hybriden und gezüchteten Sorten wählen wir zwei Weiden mit eigenwilligem Wuchs aus, die Trauerweide und die Korkenzieher-Weide. Die aus Südost-Asien stammende Echte Trauerweide ( Salix babylonica L.), auch Babylonische Trauerweide genannt, wurde um...
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte (3)
In der letzten Folge des Foto-Ratgebers im „Meraner Stadtanzeiger“ haben wir unter anderem einiges über die Bildgestaltung erfahren. Heute wollen wir dieses Thema etwas vertiefen. Über gute Bildgestaltung könnte man endlos diskutieren, denn die ästhetische Bewertung eines Fotos ist individuell sehr unterschiedlich und auch von Emotionen bestimmt. Auge und Gehirn Das erklärt zum Teil den interessanten Umstand, dass manches Foto, sobald es zu Papier gebracht oder auf dem Bildschirm ist, nicht mehr dem unserer Erinnerung entsprecht. Das Motiv haben wir anders im Gedächtnis: entweder bunter und kräftiger oder ruhiger und melancholischer, wärmer oder kälter usw. Unser Auge ist nämlich...
Exoten mit faszinierenden Blüten
Einige Arten der Gattung Zylinderputzer (Callistemon) gehören neben der Silber-Akazie und den Eukalyptusbäumen zu den wenigen aus Australien eingeführten Zierpflanzen. Die Gattung Callistemon gehört in die Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Der botanische Name ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern kállos = Schönheit und stémon = Staubblatt und bedeutet schönes Staubblatt . Den deutschen Namen erhielt die Pflanze wegen ihrer Blütenstände, die aussehen wie zylindrische Bürsten, mit denen man früher die verrußten Zylinder der Petroleumlampen, Flaschenhälse und Pfeifen gereinigt hat. Deshalb wird der Strauch auch „ Zylinderputzer “, „ Flaschenputzer...
Relja Stankovic
Relja Stankovic, gebürtiger Serbe, ist seit vielen Jahren als Facharzt für Dermatologie sowohl im privaten als auch im öffentlichen Gesundheitswesen in Südtirol tätig. In den Jahren von 2007 bis 2017 war er im Krankenhaus Brixen in der Abteilung für Dermatologie beschäftigt. Seit 2006 ist er in der ParcKlinik Martinsbrunn in Meran fachärztlich tätig, seit 2015 auch im Family Salus in Bozen und seit 2018 in der Privatklinik Brixsana. Meraner Stadtanzeiger (MS): Warum sind Sie nach Meran gekommen? R. Stankovic: Ich bin 2006 nach Meran gekommen. Bereits vorher kannte ich Meran und die Umgebung sehr gut, denn ich habe mit meiner Frau öfters Ferien in Glurns verbracht. Die Region, besonders Meran, hat uns immer gut gefallen....
Christian Lanthaler - als Weltklassesportler bei sechs Paralympics
Christian Lanthaler wurde 1966 in Moos in Passeier geboren und wuchs in Ulten als drittes von neun Kindern auf. Nach der Pflichtschule fand er eine Lehrstelle bei einem Goldschmied am Theaterplatz in Meran. Er wohnt in Dorf Tirol und entwirft und gestaltet in seiner Goldschmiede in der Klosterpassage am Rennweg seit nunmehr zehn Jahren Kunststücke aus Gold und Silber. Sein Leben hielt bisher ganz besondere Tief- und Höhepunkte für ihn bereit. Im Alter von fünf Jahren geriet er beim Spielen mit den Beinen zwischen das Drahtseil und die Scheibe einer Seilwinde. Dabei verlor er sein linkes Bein, das rechte konnte gerettet werden. Seitdem bewegt er sich auf Krücken fort. „Meist schneller als so manch anderer auf zwei Beinen“, wirft er...
Gargazon: Kröllturm und Panoramaweg
Anfahrt : Mit dem Bus oder mit dem Auto nach Gargazon (267 m); Parkplätze in der Nähe der Pfarrkirche und der Gemeinde. Wegverlauf : Wir gehen an der Pfarrkirche vorbei zur querenden Hauptstraße und rechts zum Turmwirt, bei dem der Kröllturm-Weg (neue metallene Beschilderung) beginnt. Wir wandern zuerst auf der Asphaltstraße zwischen den Häusern zum Dorfrand hinauf, dann auf dem Fußweg mit der Markierung Nr. 7 weiter zu einer Plattform mit Sitzgelegenheiten und mit Hinweisen zum Etschtal im Jahre 1846, das damals eine riesige Sumpflandschaft war. Wir folgen weiterhin dem ansteigenden Weg, der am Rande der Schlucht hinaufführt zur Abzweigung des zum Wasserfall führenden Weges. Dieser mit Holzgeländer abgesicherte Weg führt...
Giggelberg – Nasereit – Partschinser Wasserfall
Anfahrt : Nach Rabland und bis zur Texelbahn (zwischen Rabland und Partschins), hier großer Parkplatz; mit dem Bus Nr. 213 bis Partschins und mit dem Bus Nr. 265 weiter zur Texelbahn; mit dem Zug oder Bus bis Rabland und vom Bahnhof bzw. von der Bushaltestelle mit dem Bus Nr. 265 bis zur Texelbahn (633 m). Auffahrt mit der Texelbahn Wegverlauf : Von der Bergstation der Texelbahn (1.544 m) gehen wir hinauf zum etwas höher gelegenen Gasthof Giggelberg (1.565 m, Einkehrmöglichkeit). Dann wandern wir auf dem Weg Nr. 24 (= Meraner Höhenweg) längere Zeit leicht ansteigend und dann durch Wald und über offenes Almgelände bergab zur Schutzhütte Nasereit (1.523 m, Einkehrmöglichkeit; ab Giggelberg 50 Minuten). Auf dem breiten Weg Nr. 8 wandern...
Benennungen, die ins Auge stechen
Die „Negerhütte“, eine vor knapp hundert Jahren errichtete Skihütte bei Corvara, wird fortan nur mehr als „Capanna Nera“ geführt. Die Bürgerrechtsbewegung „Black lives matter“, also „Schwarze Leben zählen“, hat die Schließung bzw. Umbenennung der Berghütte gefordert und in einer Online-Petition über 7000 Unterschriften gesammelt. Die Betreiber der Hütte versicherten, dass hinter der Bezeichnung überhaupt keine rassistischen Beweggründe gestanden hätten. Um das Holz der Hütte vor Wind und Wetter zu schützen, wurde sie mit Karbolineum schwarz gestrichen, und diesem Umstand verdanke sie den Namen lateinischen Ursprungs, nämlich „niger“. Wird dann...
Erfahrungsbericht eines Covid-19-Überlebenden (6)
Wo bin ich? Von Feldkirch in Vorarlberg kam ich also zurück nach Meran. Es war der 7. Mai. An den „Einzug“ ins Krankenhaus kann ich mich aber nicht erinnern. Als ich „erwachte“, sah ich mich auf einer großen, offenen Terrasse, rundum kein Mensch zu sehen, alles war still und leer. Ich wähnte mich in Sinich, wusste aber nicht wieso. Da kommt eine Stimme von hinter mir, die sagt: „Herr Matzneller, haben Sie Angst?“ Ich erwiderte nichts, versuchte mich zu orientieren, sah vor dem Fenster – ja, jetzt war ich in einem Raum mit Fenster – die Fluchttreppen des Krankenhauses und „erkannte“, dass ich im Krankenhaus war, im alten Trakt, wähnte ich, gegen Südosten. Orientierung mangelhaft Erst...
Barbianer Wasserfälle und Bad Dreikirchen
Anfahrt : Von Waidbruck im unteren Eisacktal hinauf nach Barbian (830 m), Parkmöglichkeiten im Dorf. Wegverlauf : Von der Kirche in Barbian folgen wir der Straße und dem Hinweis „Wasserfallweg“ und erreichen die Abzweigung zum „unteren Wasserfall“, der wir links auf einem Fußweg folgen. An ein paar Höfen vorbei erreichen wir den Wald und steigen auf dem gut angelegten Waldsteig und teils über Holzstufen zum unteren, großen Wasserfall (1.000 m). Auf dem Steig weiter ansteigend gelangen wir zu einer Aussichtsloge mit Sitzbänken. Wir folgen dem Steig bergauf zu einer Weggabelung (hier besteht die Möglichkeit, rechts auf dem Wanderweg Nr. 6 direkt nach Bad Dreikirchen zu wandern), wenden uns nach links und erreichen...








