Hornisse ist nicht gleich Hornisse
Dachverband für Natur- und Umweltschutz informiert
15. Juli 2026
Was man über die größten heimischen Wespenartigen wissen sollte
Unsere heimischen Hornissen sind, entgegen der allgemeinen Meinung, sehr nützliche und friedfertige Fluchttiere. Zudem sind sie wahre Workaholics und halten das Ökosystem in Balance, indem sie Schädlinge fressen und diese so in Schach halten. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz und der Naturschutzbund Österreich rücken die großen Brummer ins rechte Licht und warnen vor den problematischen invasiven Artgenossinnen.
Unsere heimischen Europäischen Hornissen halten das Ökosystem in Balance, indem sie Schädlinge im Garten oder am Feld stark reduzieren. Im Gegensatz zu anderen Wespenartigen interessieren sie sich nicht für Süßes oder Fleischiges, so stören sie also weder beim Picknick noch beim Grillen. Erwachsene Hornissen ernähren sich von Nektar, Fallobst und verschiedenen Pflanzensäften, die sie durch Annagen von Ästen und über Baumwunden erreichen. Im Larvenstadium sind Hornissen allerdings reine Insektenfresser. So schaffen die Arbeiterinnen jeden Tag bis zu 500 Gramm Insekten ins Nest. “Hat man Hornissen im Garten, sind dort in der Regel weniger Wespen, Fliegen, Käfer und Gartenschädlinge”, sagt Frau Carolina Trcka-Rojas, Hornissen-Expertin vom Naturschutzbund Österreich.
Hornissen mögen Menschen
Erstaunlich ist auch, dass Hornissen laut Studien menschliche Gesichter wiedererkennen und sich mit Menschen gewissermaßen „anfreunden“ können. So reagieren sie bei Personen, die ihnen bereits bekannt sind, wohl noch entspannter als sie es ohnehin wären. Wenn man dennoch ihren Nestern zu nahekommt, gibt es als erstes Hallo vereinzelte Scheinangriffe. “Ein Schritt zurück genügt und die Hornissen gehen wieder ihrer Tätigkeit nach”, weiß der Geschäftsführer des Dachverbandes Hanspeter Staffler aus eigener Erfahrung.
Zu Unrecht gefürchtet
Europäische Hornissen sind im Grunde genommen friedlich. Wenn sie sich bedroht fühlen, flüchten sie eher, als sie angreifen. Sollte man doch mal einen Stich abbekommen, ist das im Normalfall kein Grund zur Sorge: Hornissen haben – wie Bienen und Wespen – einen Giftstachel, den sie in der Regel dazu verwenden, ihre Beute zu lähmen und zu töten. Für uns Menschen ist ein Hornissenstich weder schmerzhafter noch gefährlicher als ein Wespen- oder Bienenstich. Vorsicht ist bloß bei Allergien gegen das Hornissengift geboten. Wichtig dabei: Ist man gegen Wespen- und/oder Bienenstiche allergisch, geht damit nicht automatisch eine Hornissenstichallergie einher, da unterschiedliche Stoffe in den Giften enthalten sind. Empfehlenswert ist daher, sich gegen die einzelnen Giftstoffe testen zu lassen.
Was tun bei Hornissennestern?
Europäische Hornissen bauen ihr Nest nie zweimal an derselben Stelle. Befindet sich also in einem Jahr ein Hornissennest an einer „unpraktischen Stelle“, kann man davon ausgehen, dass die großen Brummer im kommenden Jahr nicht dahin zurückkehren werden. Sollte ein Hornissennest – aufgrund einer Allergie und der Nähe zu den Wohnräumen – trotzdem stören, sollte dieses fachgerecht und artschonend entfernt werden. Tipps, an wen man sich dabei wenden kann, bekommen sie beim Dachverband für Natur- und Umweltschutz in Bozen.
Invasive Hornissenarten
Aktuell beginnt sich die invasive Asiatische Hornisse in Europa auszubreiten. Gegenüber Menschen ist die Asiatische Hornisse nicht aggressiver als heimische Wespen oder Bienen, sofern man sich von den Nestern fernhält. Für unsere heimischen Wildbienen wie auch die Honigbiene ist sie jedoch hochgradig gefährlich, da sie die Bienen als Nahrungsquelle für die Aufzucht ihrer Hornissenlarven nutzt. Ebenso hat die Asiatische Riesenhornisse Europa erreicht.
Wenn nicht rechtzeitig geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung der invasiven Art zumindest zu verlangsamen, leiden darunter insbesondere unsere Wild- und Honigbienen. Aber auch unsere heimischen Hornissen müssen mit zunehmender Konkurrenz und Verdrängung rechnen.
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