Kermesbeere bekämpfen

23. Juli 2025

Die Kermesbeere (Phytolacca) wurde bereits in der 1. Hälfte des 17. Jhs in Europa als Zierpflanze eingeführt. Sie ist eine auffallende Staude mit großen Blättern und weißen Blütenständen, an denen sich später schwarz-purpurfarbene, wie lackiert aussehende Beeren entwickeln. Die Pflanze ist aus Gärten verwildert, breitet sich auch in Parkanlagen, land- und forstwirtschaftlichen Flächen, Schuttplätzen und Wegrändern sehr schnell aus und gefährdet dort das ökologische Gleichgewicht. Sie gehört in Mitteleuropa seit den 1990er-Jahren zu den invasiven Neophyten, die mit einheimischen Pflanzen um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren und diese verdrängen sowie durch Wurzelausscheidungen die Samen heimischer Pflanzenarten am Keimen hindern.

In Südtirol sind zwei Arten vertreten: die Amerikanische Kermesbeere (Phytolacca.americana) und die Asiatische Kermesbeere (Ph. acinosa). Bei dieser Art stehen die Blütenstände aufrecht, während sie bei der Amerikanischen Kermesbeere herabhängen. Alle Pflanzenteile dieser Staude sind giftig, die Asiatischen Kermesbeere enthält die Giftstoffe in geringerer Konzentration. Schon ab Juli entwickeln sich an den Fruchtständen große Mengen Beeren, deren Samen die Vögel über ihre Ausscheidungen verbreiten.

Um zu verhindern, dass sich die Kermesbeere dauerhaft ansiedelt, muss man dafür sorgen, dass sie nach dem Abblühen keine Früchte ausbilden kann. Sind die Früchte schon reif, muss man die Fruchtstände abschneiden und in einem Sack mit dem Restmüll (der verbrannt wird) entsorgen und nicht auf einem Komposthaufen oder durch Liegenlassen. Die Pfahlwurzeln und Jungpflanzen sind frühzeitig auszugraben und zu entsorgen (Biotonne oder Kompostierung). Größere Bestände mit Jungpflanzen sollen unbedingt vor der Blüte durch mehrmaliges Abmähen bekämpft werden.Vorsicht: immer Gartenhandschuhe benutzen, weil Pflanzeninhaltsstoffe zu Hautreizungen führen können.

                                                                                                                                                            

Wilhelm Mair


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