MERAN 2000 ALS INNERALPINER HOTSPOT DER GEWITTERFORSCHUNG

18. August 2025

Die Sarntaler Alpen und Meran 2000 sind in den Fokus von forschenden Meteorologen geraten:
Für ein internationales Projekt zur Erforschung von Gewitterbildung im Gebirge wurden unter anderem auf Meran 2000 Messgeräte verschiedenster Art angebracht und über einige Monate
Wetterdaten erfasst. Das Projekt ist im internationalen Feldmessprogramm TEAMx eingebettet.
Die Sarntaler Alpen sind im Rahmen von TEAMx als einziges inneralpines Gewittermaximum in den Fokus gerückt und damit die Frage nach der Interaktion der Talatmosphäre mit der darüberliegenden Atmosphäre bei Gewitterbildung. Als Hotspot der Gewitterentstehung hat sich aus klimatologischen Untersuchungen die Westseite der Sarntaler Alpen herausgestellt, darunter
auch die Stadt Meran.
TEAMx wurde im Jahr 2018 von einem Forschungsteam an der Universität Innsbruck initiiert und wird von mehr als 40 wissenschaftlichen Organisationen unterstützt, wie zum Beispiel der ETH Zürich, dem Karlsruher Institut für Technologie, MeteoFrance, MeteoSwiss, Geosphere Austria, National Centre for Atmospheric Science (UK) und der Universität Trient, um nur einige zu
nennen.
Um die inneralpinen Prozesse und das Ineinanderwirken der Atmosphäre-Schichten besser zu verstehen und dadurch nicht zuletzt Prognosen zu optimieren, hat eine Arbeitsgruppe der Universität Wien unter der Leitung von Ass.-Prof. Dr. Manfred Dorninger auch die Infrastrukturen auf Meran 2000 miteinbezogen, um verschiedene Werte in den Sarntaler Alpen zu dokumentieren.
„Dafür wurden ein Distrometer, zur Ermittlung des Tropfenspektrums, an der Bergstation der Seilbahn und zehn stationäre Messgeräte an verschiedenen Stellen auf Meran 2000, Schenna und Hafling aufgestellt. Im Zuge von TEAMx werden auch Forschungsflugzeuge eingesetzt, um die meteorologischen Bedingungen in der Talatmosphäre ‚von oben‘ mittels Fernerkundungsmethoden zu vermessen – wie beispielsweise die Veränderungen ein bis zwei Stunden vor der Entstehung eines Gewitters“, so Ass.-Prof. Dorninger. Mittels eines neuen
Messsystems der Firma Windpuls GmbH aus Österreich, welches an den Gondeln der Seilbahn montiert wurde, konnten ergänzend dazu auch die Windrichtung und -geschwindigkeit, die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und der Luftdruck von beweglichen Objekten in der Atmosphäre – den Gondeln der Seilbahn Meran 2000 – erfasst werden. „Dadurch schufen die vier Sensoren pro Seilbahnkabine dreidimensionale Aufnahmen und pro Sekunde 100 Werte – in diesen beiden Monaten haben wir nun ein Terabyte an Daten gesammelt, die den sogenannten ‚fühlbaren Wind‘
dokumentieren“, so Dr. Christoph Feichtinger, Inhaber der Windpuls GmbH.
Dadurch konnten die Forschenden ein sehr umfängliches Bild der Wetterphänomene erhalten und deren Beobachtungen werden aller Voraussicht nach bei einer Tagung Ende September in Poreč
(Kroatien) erstmals vorgestellt werden. Das gemeinsame Forschungsprojekt der Universität Wien und der Firma Windpuls GmbH im Bereich von Meran 2000, finanziert durch die Bundesrepublik Österreich, ist eingebettet in die
Gewitterforschung in den Sarntaler Alpen und Umgebung innerhalb von TEAMx. Mehrere Institutionen haben sich hier durch das Aufstellen von zusätzlichen Messsystemen beteiligt wie das KIT, die Universität Köln und die britische University of Leeds.
Bei der Suche nach geeigneten Aufstellungsorten und bei der Abwicklung administrativer Schritte wurde außerdem eng mit dem Südtiroler Wetterdienst zusammengearbeitet


Zur Präsentation von Farbdias aus Lana um 1941 konnte kürzlich der Obmann vom Südtiroler Obstbaumuseum Martin Ganthaler dort zahlreiche Interessierte begrüßen. Anschließend referierte der Historiker und Archivar Simon Terzer im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal über den Umgang mit historischen Fotobeständen, ihre Erhaltung, Bearbeitung, ...

Mehr lesen

35 Jahre „Kleines Museum“: Geschichte lebendig bewahrt Mit einer Feier am 16. Mai 2026 beging das „Kleine Museum“ in Lana sein 35-jähriges Bestehen. Gründer Alexander Schwabl hat in jahrzehntelanger ehrenamtlicher Arbeit eine in Südtirol nahezu einzigartige Sammlung zur Geschichte des Ersten und Zweiten Weltkriegs aufgebaut und damit einen ...

Mehr lesen

48.346 anerkannte Zivilinvaliden leben aktuell in Südtirol: Noch nie sind mehr Südtirolerinnen und Südtiroler mit einer körperlichen, psychischen oder geistigen Einschränkung gezählt worden. Was dies bedeutet und welche weiteren Erkenntnisse aus den aktuellen Datenaufzeichnungen hervorgehen, wird von der Vereinigung der Zivilinvaliden (ANMIC Südtirol) ...

Mehr lesen

Das Pflegezentrum für Vogelfauna Schloss Tirol blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück und bestätigt einmal mehr seine zentrale Rolle im Natur- und Artenschutz in Südtirol. Die privat geführte Einrichtung, betrieben von der Falcon OHG, widmet sich in erster Linie der Pflege verletzter und hilfloser Wildvögel, die nach ihrer Genesung unter behördlicher ...

Mehr lesen
Bestattung Theiner in MeranMeraner Stadtanzeiger Online-WerbungSesvennahütte
Ausgabe 11 Blättern
Meraner Stadtanzeiger 11/2026