Forum Prävention gibt Altersempfehlungen für Smartphones und soziale Medien

26. November 2025

In der öffentlichen Debatte über digitale Medien wird derzeit intensiv über Altersbeschränkungen diskutiert, häufig werden sogar Handyverbote gefordert. Ein differenzierter Blick ist jedoch nötig: Junge Menschen haben ein berechtigtes Bedürfnis nach Information, Austausch und gesellschaftlicher Teilhabe – auch digital. Gleichzeitig sind viele soziale Plattformen unreguliert und bergen Risiken wie Desinformation, Vergleichsdruck und Ablenkung. Es gibt aktuell keine gesetzliche Orientierung in Form von Altersbeschränkungen, zudem sind die Alterskontrollen der Plattformen völlig unzureichend. Vielen Eltern fehlt die Orientierung und
Das Team Digitale Lebenswelten im Forum Prävention beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema, beobachtet die Entwicklungen der digitalen Welt, nutzt Fachwissen und Empfehlungen aus der Expert*innenlandschaft und nimmt die Bedürfnisse der Eltern in Südtirol bei zahlreichen Elternabenden und in verschiedenen Netzwerken wahr.
Manuel Oberkalmsteiner: “Soziale Medien sind das eigentliche Problem. Daher sind getrennte Altersempfehlungen für Smartphone-Nutzung und Social Media hilfreich.”
Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen:

1. Smartphone „light“ frühestens ab 11 Jahren: Smartphones oder Tablets ohne Zugang zu sozialen Medien ermöglichen Kindern Informationssuche, Unterhaltung und Lernen in einem deutlich geschützteren Rahmen. Ablenkungspotenziale sowie Risiken aus sozialen Netzwerken werden dadurch reduziert. So können Kinder schrittweise einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Werkzeugen entwickeln. Unterstützend wirken Programme zur Medienbildung, wie etwa der „Smartphone-Führerschein“ in Südtirol, die grundlegenden Kompetenzen, Sicherheitsaspekte und reflektiertes Nutzungsverhalten vermittelt.

2. Soziale Medien frühestens ab 14 Jahren, begleitet von den Eltern: Soziale Plattformen funktionieren unterschiedlich und müssen auch unterschiedliche betrachtet werden. Sie haben aber gemeinsam, dass sie mit Belohnungsmechanismen und sozialem Vergleich arbeiten – Herausforderungen, die insbesondere junge Menschen überfordern können. Daher empfiehlt das Forum Prävention eine Nutzung frühestens ab 14 Jahren – unbedingt begleitet durch Eltern, die Inhalte mit ihren Kindern reflektieren und Schutzfunktionen einrichten können.

3. Eltern haben Schutz- und Vorbildfunktion: Eltern prägen das Medienverhalten ihrer Kinder entscheidend. Wer bewusst, achtsam und kritisch mit digitalen Medien umgeht, vermittelt Orientierung und schafft die Grundlage dafür, dass Kinder dies ebenfalls lernen können.
Diese Altersempfehlungen geben Orientierung, ersetzen aber nicht den Blick auf die individuellen Bedürfnisse und Kompetenzen eines Kindes. Damit junge Menschen in der digitalen Welt sicher
aufwachsen können, braucht es gesetzliche Altersbestimmungen, wirksame Schutzmechanismen der Plattformen und Medienkompetenzförderung auf allen Ebenen.
Unverzichtbar bleibt, die aktive Begleitung durch Eltern und die Auseinandersetzung mit den digitalen Lebenswelten ihrer Kinder.


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