Grüne Rösch Verdi - Megaprojekte lösen Wohnungsnot nicht
24. Februar 2025
Dario Dal Medico und die beiden italienischen Bürgerlisten verteidigen in einer gemeinsamen Aussendung den Bau des 35 Meter großen Hochhauses (anstelle der Handwerkerzone Marinello gegenüber des Ost-West Clubs und der beiden Sportclubs) und der drei riesigen Gebäude an der Marlinger Brücke (ex Cafa). Ihre Behauptung, damit die Wohnungsnot in Meran lösen zu können, ist eine Nebelkerze, so Toni Ladurner von der Grünen Stadtliste.
Das Wohnsilo anstelle der ehemaligen Handwerkerzone „Marinello“ gleich hinterm Bahnübergang in der Schießstandstraße soll 35 Meter hoch werden und damit sogar den angrenzenden Kirchturm von Maria Himmelfahrt überragen. Eine Lösung für die Wohnungsnot in Meran bringt das Hochhaus nicht. Das sagen die Investoren selbst. Im Wochenmagazin FF war kürzlich zu lesen: „Martin Zischg, Veba-Geschäftsführer, spricht von 60 bis 80 Wohnungen, zehn davon sollen ‚leistbar‘ sein, also 20 bis 30 Prozent unterm Marktpreis. Dazu ein paar Seniorenwohnungen, insgesamt sollen 60 Prozent für Ansässige reserviert sein“. Also ein nur sehr geringer Teil der immensen Kubatur wird „leistbar“ sein. Der Rest ist für „Besserverdiener“ oder vergrößert die enorme Anzahl an leerstehenden Wohnungen in Meran.“ Das Wohnsilo wird für immer das Meraner Stadtbild ändern, aber für die Lösung der Wohnungsnot der Meraner ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, so Gemeinderat Florian Mayr.
Ähnliches gilt für das Bauprojekt an der Marlinger Brücke anstelle der ehemaligen Cafa, da klare Zusagen und Vereinbarungen mit den Investoren bisher fehlen. „Wir begrüßen eine neue Nutzung dieser aufgelassenen Areale. Aber es geht nicht an, dass nur die Interessen der Investoren geschützt werden, und das öffentliche Interesse hintangestellt wird“, so Gemeinderat Johannes Ortner.
Die Grüne Stadtliste wiederholt ihre Forderung gegenüber SVP und den italienischen Bürgerlisten, diese Projekte öffentlich vorzustellen noch bevor im Gemeinderat darüber abgestimmt wird. Die gegenseitigen Schuldzuweisungen von Dal Medico und Zeller, wer nun die Verantwortung für die übertrieben hohe Kubatur und die kaum vorhandenen Wohnungen zu erschwinglichen Preisen trage, machen die angedachten Wohnsilos nicht besser. „Ehrliche und transparente Bürgerbeteiligung braucht es gerade dann, wenn es um die Entwicklung unserer Stadt geht“, betont Gemeinderat Toni Ladurner.
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