Grüne Stadtliste Meran- Mehr Schritte notwendig für eine nachhaltige Verkehrwende
13. März 2025
PUMS: Mehr Schritte notwendig für eine nachhaltige Verkehrwende – ganze Stadtteile bleiben unberücksichtigt
Am Dienstag wurde im Gemeinderat der nachhaltige städtische Verkehrsplan (PUMS) verabschiedet. Auch wenn der Plan umfassend und differenziert ausgearbeitet wurde, fehlt eine konsequente Schwerpunktsetzung zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs (MIV). Stattdessen lag der Fokus zu sehr auf der Verlagerung des Busverkehrs aus dem Zentrum, insbesondere dem Rennweg. Zudem bleiben zentrale Themen wie der geplante Bahnhof in Sinich oder die Verkehrsplanung rund um das Krankenhausareal außen vor.
Autoverkehr: Fehlende Konzepte zur Reduktion
Mit der Eröffnung der Umfahrung wäre eine radikale Umgestaltung der bisherigen Straßenstruktur und Kontrolle notwendig, um eine echte Verkehrsverlagerung zu erzielen. Ohne diese Maßnahmen könnte es stattdessen zu einer Erhöhung des Verkehrsaufkommens kommen, wie Beispiele aus der Vergangenheit zeigen. Es fehlen ambitionierte Konzepte zur Reduktion des MIV, die im Plan vorgesehen Maßnahmen wie z. B. Geschwindigkeitsreduktion und Radfahrstreifen werden dafür nicht ausreichen.
Bahnhof Sinich und Krankenhausareal unberücksichtigt
Wichtige verkehrsrelevante Stadtentwicklungsprojekte wie der geplante Bahnhof in Sinich oder das stark frequentierte Krankenhausareal mit den geplanten neuen Gebäuden (wie dem Gemeinschaftskrankenhaus oder dem Seniorenheim Cura Resort) bleiben im PUMS weitgehend unberücksichtigt. Gerade hier wären nachhaltige Mobilitätskonzepte dringend notwendig, um ein zukünftiges Verkehrschaos zu verhindern.
Fehlende ambitionierte Radmobilitätsmaßnahmen
Obwohl der Plan zahlreiche Maßnahmen für den Radverkehr vorsieht, sind wichtige Achsen nicht enthalten. "Es fehlt an durchgehenden, sicheren und attraktiven Radverbindungen auf den Hauptachsen der Stadt. Insbesondere die Goethestraße, eine zentrale Strecke für den Radverkehr, wurde nicht einmal ins Radwunschnetz aufgenommen. Auch sonst wurden keine Maßnahmen vorgeschlagen um diese Achse radtauglich zu gestalten. Wer es ernst meint mit nachhaltiger Mobilität, muss den Radverkehr entlang der direkten Wunschlinien planen", betont Gemeinderätin Olivia Kieser.
Buslinien müssen im Zentrum bleiben
"Die Verschiebung vieler Buslinien aus dem Zentrum heraus wird den öffentlichen Verkehr unattraktiver machen. Besonders problematisch ist die geplante Umstrukturierung der Linie 213, die nicht in die peripheren Busgruppen aufgenommen werden sollte, sondern weiterhin direkt im Zentrum halten muss. Auch fehlen überzeugende neue Verbindungen nach Sinich. Zusätzliche Umstiege reduzieren die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs und könnten mehr Menschen zur Nutzung des Autos bewegen", warnt Gemeinderat Johannes Ortner.
Die Grüne Stadtliste erkennt an, dass der PUMS wichtige Planungsarbeit leistet. Die Schließung des Rennwegs für den Autoverkehr ist z. B. eine sehr positive Maßnahme, die wir hrevorheben möchten. Doch es fehlt eine klare politische Handschrift für Klimaschutz und Verkehrswende über die Altstadt hinaus. Die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs (MIV) um 40% wie vom Landesmobilitätsplan vorgegeben, erfordert konsequente Entscheidungen. Platz darf nicht zulasten des Fuß- und Radverkehrs verteilt werden – der MIV muss Flächen abgeben, um sichere und attraktive Räume zu schaffen. Die Grüne Stadtliste Meran enthält sich – zu wenig ehrgeizige Maßnahmen für eine echte Verkehrswende
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