Grüne Stadtliste Meran - Wohnbau Ex-Gritsch-Areal: Zu groß und unsozial

15. Juli 2026

 

Die Meraner Grünen warnen: Der Durchführungsplan für das Wohngebiet „Postgranzstraße“ (Ex-Gritsch-Areal) verrät die Dimensionen dieses Bauvorhabens: auf nur 2.900 m2 werden rund 14.500 m3 verbaut, was einer für Meran ungewöhnlich hohen Baudichte von 5,0 m3/m2 entspricht. Laut geltendem Gesetz („LEROP“) ist für die Kurstadt Meran mit ihren proportionierten Bauten eine maximale Kubatur von 3,5 m3/m2 vorgesehen. Auch der Gestaltungsbeirat zeigt sich angesichts der Dimension dieses Baues – es werden ein 6- und ein 5-stöckiger Bau errichtet mit insgesamt 60 Wohnungen – verwundert und führt urbanistische Bedenken an, indem er wörtlich schreibt: „In puncto Höhenentwicklung überschreitet das Projekt (…) die im Bauleitplan festgesetzte Maximalhöhe, was urbanistisch einige Fragen aufwirft“.

Wir Grünen fürchten, dass sich die beiden großvolumigen 6- bzw. 5-stöckigen Wohngebäude schlecht in die unmittelbare Nachbarschaft integrieren: östlich schließt unmittelbar an des Ex-Gritsch-Areal ein kleines Wohnhaus sowie das ensemblegeschützte Lido an, im Süden wird das Ex-Gritsch-Areal vom naturnahen Ufersaum der Passer abgegrenzt, der künftig von zwei großen Wohngebäuden überragt wird.

Die überdimensionierten Bauten könnten zu einem Präzedenzfall für die weitere Verbauung des Areals zwischen der Postgranz- und der Schießstandstraße werden, denn künftige Investoren werden auf die „gebaute Tatsachen“ verweisen.

 

Nicht nur überdimensioniert, sondern auch unsozial!

An dieser Stelle wird man einwenden, dass Meran leistbaren Wohnraum benötigt. Am Ex-Gritsch-Areal werden 40 % der Wohnungen von Genossenschaften erworben, während 60 % der Wohnungen gemäß dem Modell „Wohnen mit Preisbindung“ verkauft werden. Doch es gibt einen Haken: 16 % der gemäß dem Modell „Wohnen mit Preisbindung“ verkäuflichen Wohnungen können vom Bauherrn auf dem freien Markt ohne jegliche Bindung verkauft werden, das sind ca. 6 kleine bzw. 3 große Wohnungen, „Filetstücke“ im Parterre und im obersten aussichtsreichen Stockwerk.

So sozial ist das Modell „Wohnen mit Preisbindung“ also nicht: es sind weder dringend benötigten Mietwohnungen vorgesehen (welche die Gemeinde vom Bauherrn hätte verlangen können!) noch gibt es eine Rangordnung für das Modell „Leistbares Wohnen“, das ja dem Mittelstand zu Gute kommen soll. Mietsuchende und Menschen mit geringem Einkommen bleiben bei diesem Modell außen vor – die Stadtgemeinde Meran hätte die Möglichkeit gehabt, 12 bis 13 Wohnungen zu vermieten bzw. dem WOBI das Vorkaufsrecht zu gewähren.

 

Chaos bei der Zufahrt vorprogrammiert!

Was die Mobilität betrifft: mit 60 Wohnungen mit bis zu 120-150 Einwohner:innen, werden sich auf der Postgranzstraße künftig Fußgeher:innen, Radfahrer:innen und Autofahrer:innen eine enge Fahrbahn von 7,5 m teilen müssen, welche künftig auf 8 m verbreitert werden könnte. Falls dies passiert, wird dies auf Kosten von benötigten Bäumen gehen, die es zur Abschattung unbedingt braucht.

Schon vor gut einem Jahr, im März 2025, hätte die damalige Stadtregierung Dal Medico-Zeller Einwände engagierter Meraner Bürger:innen annehmen können und die Baudichte von 5,0 m3/m2 ablehnen können, was aber die Regierung Dal Medico-Zeller nicht gemacht hat. Da sind die Beteuerungen, dass man nun wieder zu den gewohnten Maximal-Kubaturen von 3,5 m3/m2 zurückkehren und das Gritsch-Areal die „große Ausnahme“ bleiben werde, wenig glaubwürdig. Die Bürgermeisterin hat 2025 eine urbanistische Fehlentscheidung getroffen, die nicht mehr wiederholt werden darf.

 

Größeren Spielraum für den Gestaltungsbeirat!

Wir Grünen fordern, dass der Gestaltungsbeirat künftig vor der Bauleitplanänderung konsultiert werden muss, und nicht erst bei der Ausarbeitung des Durchführungsplanes, wo der Beirat nur mehr Kubaturmassen verschieben kann, weil alle Parameter (Gebäudehöhe, Baudichte, Größe des Areals) schon vorgegeben sind. Die Bauordnung der Stadtgemeinde Meran ist dahingehend schleunigst zu ändern.


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