Lana INA Casa Bilder | Erzählungen | Tägliches Leben

Montag, 27. November 2023 - 20.00 Uhr

27. November 2023

 

Öffentliche Bibliothek Lana, Hofmannplatz 2

Das Projekt INA Casa spielte sich in ganz Italien von den ersten Jahren der Nachkriegszeit bis 1963 ab und betraf den Bau von über dreihunderttausend Wohnungen. Einige davon gelten noch heute als Beispiele für den innovativen Wohnungsbau, der imstande war, den zunehmenden Bedarf an Wohnungen zu decken. Das Projekt führte auch in Lana zur Errichtung einiger Miteigentumshäuser in der heutigen Meranerstraße und Leonardo-da-Vinci-Straße. Der „Piano INA Casa“ ist auch als „Piano Fanfani“ nach dem damaligen Minister für Arbeit und Sozialfürsorge bekannt. Es war der Minister persönlich, der diese Initiative, die beim Aufschwung des sozialen Gefüges und des Wohnungsbaus der 1950er Jahre eine ausschlaggebende Rolle spielte, ins Leben rief und weiterführte. Dieser Plan hatte auch auf die Provinz Bozen wesentliche Auswirkungen. Dies gilt nicht nur für wichtige Städte wie Bozen und Meran, die unter dem Wohnungsmangel am stärksten litten, sondern auch für kleinere Gemeinden wie Klausen, Franzensfeste und Terlan.

Lana war mit einem anfänglichen Budget von knapp 21 Millionen Lire in die Umsetzung des „Piano INA Casa“ einbezogen. Die Maßnahmen, die die kleineren Gemeinden betrafen, waren nicht so sehr auf die Behebung des Wohnungsmangels ausgerichtet, sondern vielmehr auf die Beseitigung bestehender ungesunder Wohnsituationen. Ein wesentlicher Grundsatz des „Piano INA Casa“ war die Errichtung neuer Wohnungen aufgrund zeitgemäßer Baustandards; sie sollten über eigene Sanitäranlagen, Heizung usw. verfügen.

In Lana gab es zwei Baumaßnahmen. Die erste betraf die Meranerstraße, in der zwei anliegende Gebäude errichtet wurden, während die zweite in der heutigen Leonardo-da-Vinci-Straße umgesetzt wurde und fünf Gebäude umfasste. Im Unterschied zur nahen Stadt Meran, in der ein großer Wohnungsmangel herrschte, befand sich Lana in einer Notsituation hinsichtlich des Zustands der Wohnungen. In denselben Jahren ließ der krasse Wohnungsmangel die sogenannten „case popolarissime“ entstehen – regelrechte gemauerte Baracken, in denen fast vierzig Meraner Familien über zehn Jahre unter prekären Umständen zu hausen gezwungen waren.

Der Event „Lana INA Casa”, der von Arcipelago Lana gemeinsam mit der Zeitfabrik veranstaltet wurde, zeigt eine Dokumentation und einige Aspekte der Ereignisse, die sich zwischen den 1940er und den 1960er Jahren zugetragen haben und anhand deren das historische Gedächtnis gewahrt werden soll. 

Programm

Einführung durch Gabriele Agosti und Enzo Nicolodi für Arcipelago Lana und Tiziano Rosani für die Zeitfabrik

Allgemeine historische Einführung durch Maurizio Citarda

Interview von Gabriele Agosti an Cristina und Alice Bertoli als Zeitzeuginnen des Lebens in Lana bis in die 1970er Jahre. Projektion verschiedener neuer Fotos des INA-Hauses in der Meranerstraße, zur Verfügung gestellt von den Bertoli-Schwestern.

Danach hören wir den Erlebnisbericht von Roberto Denicolò, der im Miteigentumshaus der sogenannten „Fabbrica Cartoni“ (Kartonfabrik) aufgewachsen ist und dort etwa zehn Jahre lang gelebt hat, bevor er mit seiner Familie in die INA-Häuser in der Leonardo-da-Vinci-Straße umgezogen ist. Auch dieses Interview wird von Bildern und Dokumenten aus der damaligen Zeit begleitet. Der Abend wird von Silvana Berton (Stimme) und Michele Giro (Klavier) musikalisch umrahmt.

Im Anschluss erhalten die Referenten ein kleines Geschenk, und mit dem letzten Musikstück wird das Buffet eröffnet.

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BOX

Arcipelago Lana und Die Zeitfabrik haben 2008 ein Projekt zur Sammlung von Zeugenberichten und Bildern über die italienische Gemeinschaft von Lana ins Leben gerufen, das 2010 mit der Herausgabe eines Buches und einer Ausstellung abgeschlossen wurde. Dank dem vordergründigen Einsatz von Enzo Nicolodi, Gabriele Agosti, Alberto Flaim und Roberto Andreis konnte die Arbeit danach noch fortgesetzt werden. Außer dem zehnjährigen Jubiläum im Jahr 2018 mit einem Event, der gemeinsam mit der Zeitfabrik veranstaltet wurde, sind verschiedene Initiativen zu nennen, die Bilder und Erzählungen von Männern und Frauen zum Gegenstand hatten, welche in die behandelten Ereignisse direkt einbezogen waren und diese bezeugen konnten. Darunter eine Veranstaltung in italienischer Sprache, die in eine Reihe deutschsprachiger Treffen eingegliedert wurde, welche dem Trentino gewidmet war und bei der eingewanderte Personen von ihrem neuen Leben in Lana erzählten; eine weitere handelte von der Geschichte der „Fabbrica Cartoni“; bei einer dritten mit dem Titel „Ieri, Oggi, Domani“ gab es Zeugenberichte von Personen, die aus anderen Regionen Italiens nach Lana gekommen waren, von solchen, die in Lana aufgewachsen und dann aus beruflichen Gründen weggezogen sind und von anderen, die aus politischen Gründen vom Iran nach Südtirol gekommen sind. Ein Abend wurde der Geschichte der Familie Flaim gewidmet, die in Lana einen Hof erworben hat; zwei Initiativen befassten sich mit den 1960er Jahren, eine mit dem Bau der ENEL-Werke in Ulten und der Miteigentumshäuser, die von ihren Arbeitnehmenden bewohnt wurden. Außerdem trug man aktiv zu einem Abend bei, der von den ehemaligen ZUEGG-Angestellten anlässlich des 30. Jahrestages nach Schließung des Werks von Lana veranstaltet wurde, und suchte nach Zeitzeugen, die vor Ort interviewt wurden. Weiters gab es eine Initiative namens „Raccontare la scuola“ über die Schule, bei der es Aufnahmen von Interviews mit verstorbenen Lehrpersonen gab: Adele Zamai, Lehrerin in Burgstall, und Nello Zambelli, Lehrer in Lana.


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