Radiokabarettpreis Salzburger Stier im Kurhaus Meran
Der Salzburger Stier gilt unter Branchenkennern als der Oscar des Kabaretts. Seit 1982 wird die gehörnte Trophäe an Kabarettist:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vergeben. In den Anfangsjahren fühlte sich der Stier in seiner Heimatstadt offensichtlich sehr wohl. Doch irgendwann wurde ihm langweilig, und seither ist er auf Wanderschaft und besucht die Sendegebiete seiner Erfinder. Am 22. und 23. Mai kommt er nach 2005 und 2019 zum dritten Mal nach Meran. Veranstalter sind RAI Südtirol und der Kunstverein Kallmünz, und als Stier-Arena bietet der Kursaal eine große Bühne.
„Wir Staatskünstler“
Die Tradition will es, dass das Stier-Wochenende mit einem Galaabend beginnt, den bekannte Kabarettisten mit einem abendfüllenden Programm bestreiten. Diese Ehre ist diesmal einem Trio vorbehalten, das oft und gern als „Supergroup des österreichischen Kabaretts“ beschrieben wird: Wenn Florian Scheuba, Thomas Maurer und Robert Palfrader ihre erfolgreichen Solo-Touren unterbrechen, betreten sie als „Wir Staatskünstler“ die Bühnen der Republik – am 22. Mai die Außenstelle in Meran.
Das Publikum erwartet eine Mischung aus harter Satire, aktueller investigativer Recherche, lustvollem Schauspiel und Freude am höheren Blödsinn. Für die Stier-Gala am Freitag, 22. Mai im Meraner Kurhaus haben die „Staatskünstler“ ein exklusives Programm zusammengestellt, weit über die österreichischen Grenzen hinaus. Schließlich wird der Stier-Eröffnungsabend in vier Ländern und 10 Sendegebieten gehört, von Wien bis Basel, von Bozen bis Berlin.
Die Preisträger:innen
Beim Preisträgerabend erlebt das Publikum drei unterschiedliche Programme von jeweils 45 Minuten Länge. Mit dem Stier prämiert werden kabarettistische Produktionen, denen mehrere Kriterien zugrunde liegen: Die Künstler oder Künstlerinnen müssen auch die Autoren ihrer Programme sein. Diese müssen inhaltlich und sprachlich im gesamten deutschen Sprachraum verständlich sein, und die Produktionen sollten neueren Datums sein. Schweizer Preisträger:innen müssen deshalb ihre Programme vom Schwyzer-Dütsch in die Hochsprache übersetzen. Die Auszeichnung ist mit 6.000 Euro dotiert. Eine Dame und zwei Herren werden diesmal mit dem Oscar des Kabaretts prämiert. Der bekannteste Name ist zweifellos jener von …
Bodo Wartke
In Deutschland ist jeder Abend seines Musikkabaretts ausverkauft, und auch die größte Halle noch zu klein. Bodo Wartke, Jahrgang 1977, ist ein Chansonnier, ein virtuoser Pianist, ein wandlungsfähiger Schauspieler und ein charmanter Conférencier. Sein Markenzeichen ist der ungewöhnliche, zugleich hochmusikalische Reim in Verbindung mit eingängiger und ausgefeilter Musik. Seine Fertigkeiten nutzt Bodo Wartke für eine breite Vielfalt an Themen – von verspielten Reim-Etüden über komplexe Liebeslieder und absurd-komische Alltagsbeobachtungen bis hin zu politischen, gesellschaftskritischen Chansons. Seit 2023 beschäftigt sich der Reimkünstler mit Zungenbrechern. Das Publikum im Kursaal darf sich auf Kostproben freuen,
u. a. auf Bodos Kulthit “Barbaras Rhabarberbar”, auf klappernde Klapperschlangen oder die Geschichte vom Mischwasserfischer.