Mit Freunden treffen wir uns im Café zu einem Plausch und trinken einen Kaffee , in Gesellschaft mit Italienern bestellen wir einen Caffé , ist Eile geboten, begnügen wir uns mit einem coffee to go . Der Kaffee, das weltweit wohl verbreitetste Heißgetränk, hat sich auch zu einem echten Weltwort entwickelt. Kahvi nennen ihn die Finnen, kaffe die Schweden, die Rumänen bestellen den kafea, die Russen kofe und die Tschechen kava. Früher einmal galt „das Kaffee“ auch als Kaffeehaus, heute...

Mit Attacken wie „Der Teufel trägt Merkel“ vergreift sich Beppe Grillo zusehends im Ton , ebenso Berlusconi, der große Töne spuckt gegen die EU und den Euro, immer mit derselben alten Leier. Auf weiter Flur sind kaum noch Politiker auszumachen, die in Wahlveranstaltungen den richtigen Ton finden; vom guten Ton , also von den Regeln des Umgangs im Sinne von A. Freiherr v. Knigge, haben sie wohl nie etwas gehört. Der Ton macht die Musik , hat es früher geheißen, doch der gute Ton ist nicht...

„Die Knödel sind alle“, gab die Wirtin des Berggasthofs den deutschen Gästen auf deren speziellen Speisewunsch hin freundlich zu verstehen. „Die Knödel sind ausgegangen“, könnte man sich auf 1.900 Höhenmetern eher als Antwort erwarten. Auf allen Ebenen fällt uns ein vermehrter Gebrauch von bundesdeutschen Ausdrücken in der Südtiroler Alltagssprache auf. Wir vertschüssen uns schon rundum, es wär wohl zu beschwerlich, ein Pfiat Gott über die Lippen zu bringen. „Gehen Sie nur...

Im Straßenverkauf sind es nur 10 % Käufer, dafür aber 90 % Käuferinnen. Es heißt zwar vielfach, in Wörtern wie Käufer oder Studenten seien die Frauen selbstverständlich mitgemeint. Jedoch mit solchen Geschlechter übergreifenden Maskulina geben sich die Frauen zu Recht nicht zufrieden, sie fühlen sich ausgegrenzt und „unsichtbar“ gemacht. Sprachlich gleich behandelt sind die Frauen in der Paarform Kundinnen und Kunden und in der geschlechtsneutralen Form Studierende . Auch im...

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„Es ist nicht der Sinn, dass ein Kopf nach dem anderen rollen soll, wir sind doch nicht bei den Jakobinern“, stellte der Landeshauptmann Arno Kompatscher klar. Blutrünstig gibt sich zurzeit das Südtiroler Volk, zahlreich sind die selbst ernannten Scharfrichter, bereit die Guillotine zu betätigen. Blutrausch ortet Erwin Bernhart, Chefredakteur vom „Vinschgerwind“, auf höherer Ebene: Nicht das Volk, sondern bestimmte SVP-Kreise wollten Blut sehen, der Rentenskandal ziehe eine parteiinterne Zerfleischung nach...

Nicht so sehr aus religiöser Überzeugung unterzieht sich derzeit so mancher Zeitgenosse einer Diät , vielmehr ist es eine gesunde Lebensweise, zu der er sich verpflichtet fühlt. Nicht die Fastenprediger erwirken eine Umstellung der Essgewohnheiten, es sind die Diätisten , die dem Ernährungsbewussten das Kalorienzählen vorschreiben. Wie viele Frauenzeitschriften verdanken doch dem magischen Wort „Diät“ ihren lukrativen Umsatz. Im Rahmen von „Gesundheitswochen“ bietet die Athesia eine...

Unsere Knödel haben sich längst in den deutschen Wortschatz eingereiht, kein Wunder, sind sie ja schon auf einem Fresko um 1200 n. Chr. in der Schlosskapelle von Hocheppan dargestellt. Nun ist auch unser Schüttelbrot zu Ehren gelangt: In der neuesten Auflage des Rechtschreib-Dudens ist es erstmals enthalten. Es wird als „hartes, knuspriges, gewürztes (Südtiroler) Fladenbrot“ den Unkundigen erklärt. Leider befindet sich das Schüttelbrot in schlechter Gesellschaft mit neuen Begriffen des 21. Jahrhunderts wie...

Neue Zehn Euro Banknoten sollen bald in Umlauf kommen, an die neuen Fünf Euro Scheine haben wir uns schon gewöhnt. Sie werden nur von kurzer Lebensdauer sein, nach sechs Monaten werden sie im Schnitt wegen starker Abnützung aus dem Verkehr gezogen. Fünf Jahre im Umlauf sind durchschnittlich die 200 und 500 Euro Banknoten, als Sparbanknoten werden sie vorwiegend im Tresor aufbewahrt. Verbesserte Sicherheitsmerkmale weisen die neuen Noten auf, lässt die EZB verlauten, damit wir sie leichter von den falschen, also den...

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„Auf den bulligen Landesfürsten Luis Durnwalder folgt ein smarter Akademiker mit dem Auftreten eines Managers – nach eigenem Bekunden ein Teamplayer und durch und durch Demokrat.“ Unter dem Titel Alpen-Obama umreißt die Züricher Zeitung „Blick“ die Persönlichkeit und den Führungsstil des Arno Kompatscher, eine Zeitenwende breche auch mit der Newcomerin Waltraud Deeg und dem Youngster Philipp Achammer an. Eine italienische Tageszeitung sieht ihn gar in der Rolle als Verschrotter (rottamatore), der...

„Das ist ja eine schöne Bescherung!“ Wörtlich genommen könnte dies, gerade am weihnachtlichen Hochfest des Schenkens, ein passender Ausruf der freudigen Überraschung sein. Das gerade Gegenteil ist der Fall, die Redewendung hat sich zum Ausdruck ärgerlichen Verwundertseins gewandelt. Unser Sprachgebrauch wartet mit Überraschungen auf, wenn wir auf den Bedeutungswandel so manchen Wortes achten. Das Wort Gift bietet sich dafür als aufschlussreiches Beispiel an. Ursprünglich bedeutete...